Freitag, 13. Juli 2018
Ewiger Nietzsche
Eine Frauenstimme ruft diese Worte. Sie hält eine Rede und ich höre ihr zu. Höre die Worte in dem Moment, in dem sie gesprochen werden, inmitten auf dem Platz vor dem Podium, aus ihrem Mund. Gerufen! Ich spreche ihre Sprache nicht, aber ich verstehe, was sie sagt. Sie ruft es in die Masse und die Masse tobt! Meine Gedanken gehen im Lärm fast unter, aber eines halte ich gegen den Rausch der Euphorie fest: Ich verstehe jetzt zum ersten Mal die Kraft der Worte, der Rede. Danach muss ich ihrer Macht nachgeben und ich versinke im Nachhall dieser Stimme.
Das, was sie da sagte, war die Wahrheit. Kein Zweifel: Bestimmtheit, kein Zögern: Handeln, kein Innehalten: Bewegung! Ich werde dieser Frau überall hin folgen und alles für sie tun. Ich weiss nicht wofür, ich weiss nicht wogegen, aber ich weiss mit wem! Ihre Empfindung ist die meine. Ihre Überzeugung wird zu meiner, ist meine, war immer die meine, sie sprach sie nur hervor. Was sie da rief, war keine zitternde Frage, sondern die unverrückbare Antwort. Eine Festlegung der Zukunft. Diese Frau wird gehen und es bleibt nur die Wahl, ihr zu folgen. Ich bin ihr ergeben. Zeige mir den Weg, Frau! Führe mich!
Ich sah sie nie, ich hörte nur.
Die Stimme gehört nicht mehr ihr, sie ist meine.
Es lebe! Die Revolution!
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